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Die Personenfreizügigkeit steht unter anderem auch für Bildungsfreiheit, Jobchancen und bessere Zukunftsperspektiven. Rund 400‘000 Schweizerinnen und Schweizer studieren, arbeiten oder wohnen in der EU. Umgekehrt hat sich die Zuwanderung gemäss den Bedürfnissen der Wirtschaft entwickelt. Zugewandert sind insbesondere auch Arbeitskräfte mit mittlerem und hohem Qualifikationsniveau. Verschiedene Wirtschaftsbereiche sind auf qualifiziertes Personal aus der EU angewiesen. Das ist gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten überlebenswichtig. Denn dadurch werden bestehende Arbeitsplätze in der Schweiz gesichert – und damit langfristig auch unser Wohlstand. Die Schweizer Wirtschaft ist auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen, gerade in Bereichen, in denen wir in der Schweiz einen Arbeitskräftemangel haben. So fehlen bei uns Ingenieurinnen und Ingenieure oder Pflegepersonal in grosser Zahl. Mit der Personenfreizügigkeit haben die Unternehmen die Möglichkeit, ausländische Arbeitskräfte einfacher zu rekrutieren. Wollen wir die Chancen der Personenfreizügigkeit auch längerfristig optimal nutzen, müssen wir sie mit Aus- und Weiterbildungsanstrengungen verknüpfen. Nur so besteht die Personenfreizügigkeit den Härtetest einer Rezession. Denn machen wir uns nichts vor: Obwohl rund die Hälfte der Zugewanderten gut oder hochqualifiziert sind, werden auch in Zukunft Ungelernte auf unseren Arbeitsmarkt kommen – Menschen, die etwa auf dem Bau, im Gastgewerbe oder in der Landwirtschaft arbeiten. Die Erfahrungen zeigen, dass es auch in unserem Interesse liegt, diesen Menschen eine gute berufliche Qualifikation zu ermöglichen. Denn in wirtschaftlich schwierigen Zeiten fallen sie als Erste aus dem Arbeitsprozess und tauchen auf den Listen der Arbeitslosenversicherung und der Sozialhilfe wieder auf. Berufliche Bildung und Weiterbildung sowie arbeitsmarktpolitische Massnahmen sind der Schlüssel zur Sicherung und Steigerung produktiver Beschäftigung. In geöffneten Arbeitsmärkten nimmt deren Bedeutung weiter zu, denn nur so können wir Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung nachhaltig entgegen treten. Und so wird die Personenfreizügigkeit und ganz allgemein der globale Wettbewerb nicht nur in wirtschaftlichen Schönwetterperioden funktionieren, sondern auch dann, wenn die wirtschaftliche Lage bewölkt oder gar stürmisch ist. Evi Allemann, Nationalrätin, Mitglied der Aussenpolitischen Kommission |