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Energieforschung: der Boden unserer Energiezukunft

Erneuerbar statt atomar. Das darf kein Schlagwort bleiben. Wenn wir die dringend notwendige Energiewende voranbringen wollen, brauchen wir heute nicht nur die entsprechenden politischen Weichenstellungen, sondern auch qualitativ hochstehende Forschungsgrundlagen. Die Energieforschung ist also ein wichtiges Standbein der Energiepolitik. Denn die Wissenschaftspolitik von heute schafft die Wissensgrundlagen für die Energiepolitik von morgen. Die Preise der fossilen Brennstoffe sind stark gestiegen; zudem heizen solche Energieträger die Klimaprobleme an. Gesellschaft und Wirtschaft stehen vor grossen Herausforderungen, zu deren Bewältigung Forschung und Entwicklung entscheidende Hilfsmittel und Innovationen beisteuern.

Das Hauptziel einer zukunftsfähigen Energiepolitik ist eine massive Reduktion des CO2-Austosses und der Weg hin zur 2000-Watt-Gesellschaft. Wollen wir im Bereich Energieeffizienz und erneuerbare Energien mit grossen Schritten in die Zukunft schreiten, muss die Energieforschung einer nachhaltigen Entwicklung verpflichtet sein. Bei den erneuerbaren Energien, aber auch wenn es um die Sicherheit- und Entsorgungsforschung im Zusammenhang mit Atomenergie geht, haben wir ein vitales Interesse an qualitativ hochstehenden Forschungsgrundlagen. Da darf die Schweiz den Anschluss nicht verpassen.

Die Ressourcenverknappung beim Erdöl und Erdgas, der Treibhauseffekt und die atomaren Risiken erfordern eine vollkommene Neuorientierung der Energieforschungspolitik mit den Schwerpunkten erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Es braucht eine Neugewichtung der Prioritäten, damit die Forschung und Entwicklung im Bereich der erneuerbaren Energien und der effizienten Energienutzung verstärkt vorangetrieben wird.

"Sicherheit, Nachhaltigkeit und volkswirtschaftlicher Nutzen der schweizerischen Energieversorgung lassen sich durch Anstrengungen in der Forschung und Entwicklung erheblich fördern." Diese Aussage aus dem aktuellen Konzept der Energieforschung des Bundes zeigt auf: Die Energieforschung ist kein Selbstzweck, sondern dient einem heute noch teilweise brachliegenden Potenzial. Wo dieses liegt, scheint angesichts der Endlichkeit gewisser Ressourcen und der immer bedrohlicher werdenden Klimaproblematik klar zu sein: bei den Erneuerbaren und der Energieeffizienz. Langfristig denken ist das eine, kurzfristig die richtigen Prioritäten setzen das andere. Dies muss der Politik noch pointierter als bisher gelingen.

Erschienen im Magazin „Energie & Umwelt“ 3/2008 der Schweizerischen Energie-Stiftung SES