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Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht? |
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Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks von 1989/90 gestalteten die meisten Länder Europas ihre Sicherheitspolitik neu. Die Ausrichtung auf die neuen Risiken einer globalisierten Welt führten zu einem tiefgreifenden Strukturwandel: Viele Länder bauten ihre Wehrpflichtarmee um zur Freiwilligenarmee; und die Aufgaben und Ziele wurden an die neue Bedrohungslage angepasst. Das hat die Schweiz weitgehend verpasst und so befindet sich unsere Armee nun bald 20 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges in einer Sinnkrise. Die Ausrichtung auf tatsächliche Risiken ebnet den Weg für eine markante Verkleinerung der Armee und die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht. Denn diese führt heute zu einer Armee mit mehrfach überhöhten Beständen, deren Betrieb die meisten Finanzmittel wegfrisst und zu wenig finanziellen Spielraum für Modernisierungen lässt. Die Schweizer Armee soll sich zu einer Freiwilligenarmee mit rund 50‘000 Angehörigen wandeln. Unter Berücksichtigung der volkswirtschaftlichen Kosten reduzieren sich damit die Ausgaben auf einen guten Drittel gegenüber heute. Die Rekrutierung eines Massenheeres – die «levée en masse» – ist allein im Falle einer schwerwiegenden Bedrohung von Staat und Bevölkerung begründbar. Heute und in absehbarer Zukunft ist ein klassischer Landesverteidigungsfall jedoch praktisch ausgeschlossen. Statt ein überdimensioniertes Heer aufrecht zu erhalten, setzt die Schweiz besser auf eine kleine Armee mit realistischem Auftrag, guter Aus- und Weiterbildung und professioneller und zeitgemässer Ausrüstung. Erschienen in der ZEITLUPE, Dezember 2008, Rubrik „Dafür und dagegen“
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