Die Piraten am Horn von Afrika sind keine Robin Hoods der Neuzeit. Sie sind Zahnräder im Uhrwerk der organisierten Kriminalität. Ihre Anführer sind durch Waffenschmuggel und Menschenhandel gross geworden und haben vor einiger Zeit die Piraterie als lukrative Geldquelle entdeckt. Leidtragende dieser Situation ist die geschundene somalische Zivilbevölkerung, welche ohne jegliche wirtschaftliche und politische Perspektive in äusserst prekären Verhältnissen lebt.
Die Piraterie bedroht nicht nur die Handelsschiffe, welche am Horn von Afrika vorbeimüssen, sondern vor allem auch die Schiffe des Welternährungsprogramms der Uno. 90 Prozent aller Nahrungsmittel für das mausarme Somalia werden über den Seeweg importiert. So ist es denn auch das Hauptziel von Atalanta, die Schiffe der Uno zu schützen, damit die Nahrungsmittel jene rund 3 Millionen Menschen in Somalia erreichen, die sie so dringend benötigen.
Es ist eine humanitäre Pflicht aller Staaten, dazu beizutragen, dass diese Hilfe den Bedürftigen zukommt und nicht den Piraten in die Hände fällt. Es ist bequem und entspricht vielleicht ideologisch der reinen Lehre, aber es ist allzu einfach, sich mit einem Nichteintreten aus der Verantwortung zu stehlen. Die Situation in Somalia ist katastrophal, und wir sind aufgefordert, alles zu tun, um diese Situation zu verbessern.